Russland kopiert die Struktur der GUR-Drohneneinheit und rekrutiert eine Armee von Drohnenoperatoren: Was steckt dahinter

In vier Monaten hat Russland die Zahl der Militärangehörigen, die für Drohnenaufgaben eingesetzt werden, um 28.000 erhöht — und es handelt sich dabei nicht nur um bloße Rekrutierungszahlen, sondern um eine bewusste Übernahme des ukrainischen Modells. Der Kommandant des SBU, Robert Brovdi, enthüllte die Mechanik dieses Prozesses.

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Роберт Бровді (Фото: Telegram-канал головкома)

Anfang 2026 wurden in Russland 86 000 Militärs für unbemannte Aufgaben eingesetzt. Bis 1. April — bereits 100 000. Bis 1. Mai — 114 000. Bis Ende 2026 plant Moskau, 168 000 zu erreichen, perspektivisch — 200 000. Dies ist nicht nur eine Mobilisierungssteigerung: Laut dem Kommandeur der Streitkräfte für unbemannte Systeme der ukrainischen Streitkräfte Robert „Madjar" Brovdi kopiert Russland bewusst die Struktur der ukrainischen SBS.

Kopieren als Strategie

„Sie haben zwar eigene Erfahrung, aber in den meisten Fällen versuchen sie, etwas von den Streitkräften zu stehlen", sagte Brovdi in einem Interview mit der „Ukrainischen Wahrheit". Es geht nicht nur um technische Lösungen, sondern um ein Organisationsmodell: Russland baut eine separate Waffengattung mit eigener Kommandostruktur auf – praktisch reproduziert es das, was die Ukraine unter Druck der Kampfrealitäten seit 2022 aufgebaut hat.

Parallel dazu skaliert Moskau konkrete Mittel. Die drei von Brovdi angeführten Beispiele sind gerade durch ihre Systematik aussagekräftig.

  • „Molnija". Früher – eine Drohne mit geringer Reichweite, leicht durch FPV abzuschießen. Nach staatlichem Eingriff: Preis auf etwa 1 500 Dollar gesenkt, Sprengkopf auf 10 kg vergrößert, staatliche Aufträge – 1,1 Million Einheiten. Laut Brovdi erhalten durchschnittliche Brigaden an der Front täglich bis zu 60 solcher Anschläge.
  • „Shaheds". Russland kann bereits 300–400 solcher Drohnen pro Tag einsetzen – und diese Zahl spiegelt nicht nur die Produktions- sondern auch die logistische Leistungsfähigkeit des Systems wider.
  • Mobile elektronische Kriegsführung. Bei Infanteriestürmen setzen Russen nicht große stationäre Systeme, sondern kleine tragbare Mittel der elektronischen Kampfführung ein – eine taktische Lösung, die die Gegenmaßnahmen erschwert.

Ein Starlink-Analogon – eine Frage eines Jahres

Ein besonderes Signal – Satellitenkommunikation. Brovdi ist der Ansicht, dass Russland in der Lage ist, sein eigenes Starlink-Analogon entlang der Frontlinie in einem Jahr zu schaffen.

„Starlink haben sie begrenzt, sie haben ihr eigenes Satellitensystem und haben bereits Prototypen von Analoga... Ja, sie sind ungeschickt, sie sind leicht zu erkennen. Aber das ist eine Frage der Zeit. Sie werden sich in einem Jahr entwickeln und ein eigenes alternatives Netzwerk entlang des gesamten Frontstreifens haben".

Robert „Madjar" Brovdi, Kommandeur der SBS der ukrainischen Streitkräfte, Interview mit der „Ukrainischen Wahrheit"

Dies ändert das Bild grundlegend: Während Starlink eine der Schlüsselasymmetrischen Vorteile der Ukraine bei der Koordination von Angriffen bleibt, schließt Russland diese Lücke – nicht durch Qualität, sondern durch Umfang und Zeit.

Was dahinter steckt

28 000 neue Drohnenbediener in vier Monaten – dies ist ein Tempo, das mit der Bildung einer separaten Armee vergleichbar ist. Wenn Russland bis Ende 2026 168 000 erreicht, wird der Unterschied in der Anzahl zwischen den zwei Armeen von Bedienern zu einem strukturellen und nicht zu einem taktischen Problem. Die Frage ist nicht, ob die Ukraine technologisch voraus sein kann – sie tut es bereits. Die Frage ist, ob das ukrainische Produktions- und Ausbildungssystem das Tempo aushalten kann, bei dem Russland die Menge statt der Qualität erhöht – und ob sich dieses Gleichgewicht ändert, wenn Moskau doch sein eigenes Satellitennetzwerk startet.

Weltnachrichten

Politik

Das Pecher-Gericht hat gegen den Abgeordneten Dubinski zum zweiten Mal beschlossen, ihn ohne Alternative in Untersuchungshaft zu nehmen — diesmal wegen der Verbreitung pro-russischer Narrative und der Vorbereitung einer Sabotage der Mobilisierung. Die Ermittlungen behaupten, dass er Teil eines GRU-Spionagenetzwerks war, wo man ihn unter dem Pseudonym „Buratino" kannte.

47 Minuten vor