Drohne, die Drohnen trägt: China testet Luftflugzeugträger Jiutian – und zeigt in Video, wie er amerikanische Flugzeugträger versenkt

Am 11. Dezember 2025 hob die AVIC eine 16 Tonnen schwere Drohne in die Luft, die während des Fluges Schwärme von über 100 Drohnen abwerfen kann. Ein Konzeptvideo im staatlichen Fernsehen zeigte sofort ein Szenario: Jiutian durchbricht eine US-Marinesperre im Pazifik.

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Дрон Jiutian (Фото: China Army (X))

Am 11. Dezember 2025 flog eine Drohne über dem Landkreis Pucheng in der Provinz Shaanxi auf, die chinesische Staatsmiedien als „fliegender Flugzeugträger" bezeichneten. Jiutian — eine Entwicklung der Aviation Industrial Corporation of China (AVIC) — führte seinen ersten Flug nach seinem Debüt auf der Luftfahrtschau in Zhuhai im November 2024 durch.

Was ist diese Maschine

Nach den von der AVIC und chinesischen Staatsmedien veröffentlichten Spezifikationen hat die Jiutian eine Länge von 16,35 Metern und eine Flügelspannweite von 25 Metern. Das maximale Startgewicht beträgt 16 Tonnen, die Nutzlast bis zu 6 Tonnen. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 700 km/h, die Reichweite bei 7.000 Kilometern, die Flugdauer bei 12 Stunden. Zum Vergleich: Das ist eine größere Entfernung als von Peking nach Guam.

Die Konstruktion ist modular. Auf der Luftfahrtschau in Zhuhai stand auf dem Nutzlastmodul an Bord „Isomerism Hive Module" — eine unbeholfene maschinelle Übersetzung des chinesischen Begriffs, den die AVIC später präzisierte: Es geht um den Ausstoß eines Drohnenschwarms im Flug. Unter den Flügeln befinden sich acht Aufhängungspunkte für Luft-Boden- und Luft-Luft-Raketen, einschließlich PL-15.

Fernsehszenario — nicht Werbung, sondern Doktrin

Im Mai 2025 zeigte das CCTV einen konzeptionellen Film: Mehrere Jiutian werfen Hunderte von Quadcoptern und geflügelten Angriffsdrohnen ab, die koordiniert eine Flugzeugträgergruppe der US-Marine angreifen und den Weg für anti-Schiffs-Marineflugkörper freimachen.

„Jiutian kann die kritische Infrastruktur auf Guam und darüber hinaus bedrohen — wenn sie von Basen im Festlandchina oder Stützpunkten in der Südchinesischen See aus eingesetzt werden".

Asia Times, Analyse vom 15. Dezember 2025

Die Logik ist einfach: Kleine Drohnen haben nicht die Reichweite, um selbstständig bis Guam zu gelangen. Jiutian löst dieses Problem — sie wird zu einem mobilen Flugplatz, der den Schwarm näher an das Ziel bringt.

Die Lektion aus der Ukraine, die Peking aufmerksam gelernt hat

Analysten von Asia Times beziehen sich direkt auf die Operation „Spinnennetz" — einen ukrainischen Angriff im Sommer 2025, bei dem heimlich auf russisches Territorium verbrachte Drohnen einen großen Teil des Parks strategischer Bomber zerstörten. Genau dieser Präzedenzfall zeigt die Anfälligkeit von Flugzeugen auf dem Boden für Schwärme — unabhängig davon, ob sie auf einem russischen Flugplatz oder auf der amerikanischen Basis Diego Garcia stehen.

Was auf Feldern unter Avdiivka mit billigen FPV-Drohnen erprobt wurde — Jagd auf Manpower, Zerstörung von Bunkern, Anti-Drohnen-Missionen — überträgt Jiutian in eine strategische Dimension: Die gleiche Logik der Sättigung, aber mit der Reichweite eines interkontinentalen Bombers.

Ziviles Dashboard als Tarnung

Offiziell positioniert die AVIC Jiutian als „Mehrzweckplattform": Gütertransport in schwer zugängliche Gebiete, Wiederherstellung der Kommunikation nach Katastrophen, Überwachung von Waldbränden, Seeschutz. Das ist keine Heuchelei — die modulare Konstruktion ermöglicht es tatsächlich, das Gerät schnell umzuschalten. Aber die gleiche Modularität bedeutet, dass die Grenze zwischen ziviler und militärischer Nutzung auf der Ebene eines einzelnen Frachtfachs verschwimmt.

Die chinesische Regierung fördert das Konzept der „niedrigen Luftfahrtwirtschaft" — die großflächige Entwicklung der unbemannten Luftfahrt. Jiutian passt gleichzeitig in beide Narrative, was jeden Exportkontrollmechanismus durch Pekings Partner erschwert.

Wo die Grenze zwischen Demonstration und Einsatzfähigkeit liegt

Der erste Flug ist keine Annahme in Dienst. Die Jiutian hat Flugtests mit einem Flugzeug bestanden (Flugzeug Nr. 004, dasselbe, das in Zhuhai demonstriert wurde). Bis zur Serienfertigung, Erprobung von Schwarmtaktiken und echter Integration in Kontrollsysteme — das sind Jahre der Arbeit.

Allerdings gibt der Tempo des chinesischen Drohnenprogramms keinen Grund zur Beruhigung: Von der ersten Demonstration bis zum ersten Flug verging genau ein Jahr.

Wenn die USA ihre eigenen Schwarm-Abwehrprogramme nicht beschleunigen — insbesondere Laser- und Mikrowellenstrahlung für Guam — wird sich Jiutian von einem Technologievermeister in eine operative Bedrohung verwandeln, bevor es in irgendeinem Pentagon-Analysebericht erfasst wird.

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