Als der Android-Präsident bei Google, Samir Samat, ein Android-Konzept mit „flüssigem Glas" sah – eine direkte Anspielung auf Apple Liquid Glass aus iOS 26 – reagierte er schnell und eindeutig: Ein solches Design wird es auf Pixel nicht geben. Es schien, als wäre die Sache erledigt.
Doch einige Tage zuvor erhielten 9to5Google und Android Central Zugang zu internen Builds von Android 17 mit dem Codenamen Cinnamon Bun – und dort waren Unschärfe und Halbtransparenz bereits ins Systeminterface integriert: Strommenü, Lautstärkeregler, Hintergrundpanels. Die Flags im Code sind direkt mit „blur" gekennzeichnet.
Nicht Liquid Glass, sondern mattes Glas
Der Unterschied zwischen Samats Position und dem, was im Code vorhanden ist, ist keine Lüge, sondern eine Frage des Brandings. Google nimmt nicht wirklich den Namen von Apple und kopiert nicht Pixel für Pixel. Stattdessen entwickelt das Unternehmen seine eigene Material 3 Expressive – eine 2025 vorgestellte Design-Sprache: lebhaftere Animationen, federnde Übergänge, dynamische Farbpalette. Android 17 erweitert dieses System, indem es durchgehende Hintergründe durch einen „Mattglaseffekt" ersetzt, bei dem der Inhalt dahinter durch das aktive Element scheint.
„Es sieht so aus, als würde sich die Unschärfe über das gesamte OS ausbreiten – von Benachrichtigungen über das Lautstärkemenü bis zum Strommenü. Die dynamische Farbe färbt dabei die unscharfen Oberflächen, damit die Transparenz nicht sinnlos wirkt".
Android Central, auf Grundlage interner Android 17-Builds
Warum das kein Kleinkram ist
Der Trend beschränkt sich nicht auf Google und Apple. Wie Android Central anmerkt, haben Xiaomi, Oppo und Honor längst halbtransparente UI in ihre eigenen Schnittstellen integriert – lange vor iOS 26. Google folgt also nicht so sehr Apple, sondern holt vielmehr gegenüber einem Marktstandard auf, den chinesische Hersteller geprägt haben. Samat hat technisch gesehen recht: Pixel wird Liquid Glass nicht bekommen. Aber Android 17 wird vertraut aussehen für jeden, der ein MIUI oder ColorOS in der Hand hielt.
- Material 3 Expressive (2025) – Animationen, dynamische Farbe, federnde Übergänge
- Android 17 (erwartet auf Google I/O 2026) – System-Blur: Strommenü, Lautstärke, Panels
- iOS 26 Liquid Glass – komplette Überarbeitung der Apple-Benutzeroberfläche auf transparente Schichten
Es geht nicht darum, ob das Ergebnis ähnlich aussieht. Es geht darum, ob Google I/O überzeugen kann, dass Material 3 Expressive + Blur eine eigenständige ästhetische Position ist und nicht nur eine Reaktion auf einen Trend. Wenn auf der Bühne konkrete UX-Lösungen gezeigt werden, die in iOS 26 nicht vorhanden sind, wird Samats Argument stärker. Wenn nicht, wird die öffentliche Verleugnung den Vergleich nur verschärfen.