Das Exekutivkomitee des Lviver Stadtrats beschloss am 30. Mai eine Erhöhung der bargeldlosen Tarife für Fahrkarten im öffentlichen Verkehr. Ab dem 1. Juni 2025 kostet eine Fahrt mit der LeoKarte 17 UAH statt 15, mit einer Bankkarte – 20 UAH statt 18. Der Bargeldbetrag von 25 UAH bleibt unverändert. Die Geldbuße für Schwarzfahren wurde von 300 auf 400 UAH erhöht.
Warum 17 nicht das Ende ist
Nach Angaben von Oleg Zabarilo, Direktor der Abteilung für städtische Mobilität, forderten Transportunternehmen bereits im Frühjahr eine Tariferhöhung auf 32 UAH, während einige private Busunternehmer sogar 50 UAH forderten. Der Stadtrat lehnte ab, aber die Zahlen dokumentierten eine echte Diskrepanz. Nach Berechnungen von Warianten betragen die durchschnittlichen Kosten für eine Fahrt in Lwiw derzeit 31,98 UAH, während der LeoKarte-Tarif nur 17 UAH beträgt. Die Differenz wird von der Stadt gedeckt.
«Die Transportunternehmen haben den Tarif vorläufig auf 42 Hrywnja berechnet. Aber wir stimmen dem nicht zu»
Oleg Zabarilo, Direktor der Abteilung für städtische Mobilität der Lviver Stadtrats
Im Frühjahr waren es vor allem die Treibstoffpreise, die das Hauptargument für eine Überprüfung darstellten: Nach Aussage von Zabarilo führte die starke Verteuerung zu zusätzlichen Ausgaben für das kommunale Autobusunternehmen ATP-1 zur Deckung der Kostendifferenz von 16 Millionen UAH im März und weitere 23 Millionen UAH im April.
Was sich praktisch ändert
- LeoKarte: 17 UAH pro Fahrt (Studentenentgelt – 8,50 UAH)
- Bankkarte: 20 UAH
- Bargeld: 25 UAH (unverändert)
- Abonnement ab 1. Juli: 900 UAH für 30 Tage – unbegrenzte Anzahl von Fahrten; Studentenentgelt – 450 UAH
Nach Berechnung des Stadtrats entspricht ein Abonnement von 900 UAH 53 Fahrten mit der LeoKarte oder 36 Fahrten mit Bargeld. Es amortisiert sich bei täglicher Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ungefähr ab dem 27. Tag des Monats – wenn man nach dem LeoKarte-Tarif rechnet.
Kontext für die Ukraine
Lwiw ist keine Ausnahme. Nach Angaben von Dyvys.info kostet eine Fahrt im Bus in Odessa bereits 20 UAH, in Dnipro – 18–20 UAH je nach Route. Kyjiw und Ternopil haben ebenfalls Regelungsverfahren zur Überprüfung der Tarife eingeleitet. Nach Angaben von Espreso Zakhid beträgt der durchschnittliche Fahrtarif in der Ukraine derzeit 11,09 UAH, während er in der Region Lwiw 16,96 UAH beträgt. Das bedeutet, dass sich die Stadt bereits in der oberen Preisgruppe befindet.
Gleichzeitig unterstützte das Exekutivkomitee die Erhöhung unter einer Bedingung: In zwei Wochen müssen die Transportunternehmen über konkrete Pläne zur Verbesserung der Beförderungsqualität berichten. Nach Aussage von Zabarilo sollen private Transportunternehmen im Jahr 2025 55 Fahrzeuge erneuern – Niederflur-Busse mit Klimaanlagen.
Falls der Bericht der Transportunternehmen nicht ausfällt oder formell bleibt, erhält die Stadt die Tariferhöhung ohne Verpflichtungen zur Qualitätssicherung: Das wird der echte Test sein, ob die Bedingung des Exekutivkomitees als Mechanismus funktioniert oder nur ein protokollarischer Satz ist.